Keine Frau, die von Gewalt bedroht ist, wird alleine gelassen!

Berthold wehrt sich gegen den Vorwurf der FPÖ

„Die aktuelle Situation in Salzburg wird von mir sehr ernst genommen“, sagt Landesrätin Mag.a Martina Berthold. „Als eine Frau, die seit 20 Jahren im Frauenbereich engagiert ist, habe ich die Schicksale der Frauen im Blick und lasse mir nicht unterstellen, dass ich die Situation der Frauen vergesse! Ich habe sofort reagiert und gemeinsam mit der im Land zuständigen Stabsstelle für Chancengleichheit, Anti-Diskriminierung und Frauenförderung die Frauenhäuser, das Gewaltschutzzentrum sowie VertreterInnen der Polizei und Jugendwohlfahrt zu einem Gespräch eingeladen. Das Wichtigste ist, dass die Frauenhäuser ihren primären Auftrag erfüllen können. Und das ist Schutz und Hilfe gegen häusliche Gewalt. Der Auftrag der Frauenhäuser im Land Salzburg lautet jedoch nicht – Wohnungsnot auszugleichen“. Ergebnisse des Gesprächs waren unter anderem, dass das Kernproblem weiterhin zu wenige leistbare Wohnungen sind, es insgesamt zu keinem drastischen Anstieg an familiärer Gewalt bzw. Gewaltübergriffen an Frauen feststellbar ist und es verstärkt „einstweilige Verfügungen“ durch die Polizei geben muss. Thaler-Haag, Geschäftsführerin des Salzburger Frauenhauses, bestätigte, dass der Platzmangel, der zu Abweisungen geführt hat, auch durch die Salzburger Wohnungsproblematik verursacht wird: „Es könnten sofort acht Frauen ausziehen, wenn es für sie leistbare Wohnungen gäbe.“

Kontakt zu Frauen wird immer gehalten

Alle Frauen, die ein Frauenhaus aufgesucht haben, sind weiterhin regelmäßig mit den Frauenhaus-Betreuerinnen in Kontakt. Die Frauen werden bis zu einer möglichen Aufnahme betreut, beziehungsweise an bestehende Beratungseinrichtungen wie das Gewaltschutzzentrum oder an die Polizei vermittelt. Die Frauenhäuser stimmen sich untereinander ab, frei werdende Plätze werden wechselseitig angeboten und dann neu belegt.

Zum Vorwurf von LAbg. Steiner-Wieser: „Offensichtlich ist sie mit der Unterbringung von Asylwerbern so beschäftigt, dass sie auf die Schicksale der Frauen vergisst, die Opfer von Gewalt wurden oder sind.“ – meint Migrations- und Frauenlandesrätin Berthold: „Ich weise aufs Schärfste zurück, dass Notlagen von Menschen gegeneinander ausgespielt werden. Ich nehme die Situation von Gewalt gegen Frauen in Salzburg genauso ernst, wie die der Asylwerbenden.“

Im Land Salzburg gibt es seit langem eine klare Anti-Gewalt-Strategie und ein breites Maßnahmenbündel von Prävention über Beratung bis hin zu geschützten Unterkunftsplätzen in Frauenhäusern.
„Faktum ist allerdings auch, dass Frauenhäuser als Opferschutzeinrichtungen die Gewaltbereitschaft von Ehemännern oder Lebenspartnern nicht reduzieren können. Der Weg, den Salzburg geht, war immer davon geprägt, dass es ein funktionierendes Zusammenspiel von Beratungseinrichtungen in jeder Region sowie Opfer- und Täterarbeit gibt. „Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf die Prävention gelegt, um zu verhindern, dass es überhaupt zu Gewalttaten kommt,“ sagt Mag.a Romana Rotschopf MBA, die Leiterin der Stabsstelle für Chancengleichheit, Anti-Diskriminierung und Frauenförderung im Land Salzburg.

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