Integration in Salzburg

Verpflichtende Deutschkurse, ein umfassender Aktionsplan zur Arbeitsmarktintegration, Schul- oder Berufsausbildung für junge Flüchtlinge, Steuergruppen zur besseren landesweiten Zusammenarbeit bei Asyl und Integration, eine Österreichweit erstmalige Integrationsplattform zur Einbindung von Menschen mit Migrationshintergrund, neue Maßnahmen im Bereich Prävention und Sicherheit, mehr Unterstützung für Freiwillige: in vielen Bereichen wurden der Salzburger Weg der Integration in den letzten beiden Jahren ausgebaut. Eine Zwischenbilanz zu Zielen, Maßnahmen und Projekten.

 

Verpflichtende Deutschkurse ab Tag eins

Die wichtigste Basis für die Integration und vor allem für den Einstieg in ein selbstständiges Leben in Salzburg ist die Sprache. Sprachkurse und Qualifizierungsangebote sind gesellschaftliche Investitionen, die sich langfristig bezahlt machen. Daher werden bereits allen Asylsuchenden Deutschkurse zur Verfügung gestellt. Die Teilnahme am Grundkurs (A1-Niveau) ist verpflichtend.

Das Land Salzburg investierte 2016 zudem 505.000 Euro in Sprachlernangebote für Jugendliche und Erwachsene. Vom Integrationsministerium stehen dem Projekt „StartDeutsch Salzburg!“ bis Ende 2017 zusätzliche 617.000 Euro zur Verfügung, rund eine Million Euro steuert das Innenministerium bei. Mit den zusätzlichen Geldern wurden landesweit 48 neue Deutschkurse für Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte finanziert.

Salzburg setzt bei der Integration auf klare Vereinbarungen und auf einen partnerschaftlichen Umgang auf Augenhöhe. Seit 2015 wird der Salzburger Weg der Integration strukturiert und abgestimmt umgesetzt: Flächendeckende Deutschkurse, Charta und Vereinbarung der Integrationspartnerschaft, Aktionsplan Arbeitsmarktintegration, landesweite Steuerungsgruppen zur besseren Koordination aller Maßnahmen.

 

Aktionsplan Arbeitsmarktintegration

Seit Juli 2016 wird von allen Asylwerbenden ab 18 Jahren sogenannte „Qualifikationsprofile“ erstellt. Damit werden die Sprachkenntnisse (Deutsch und Fremdsprachen), Ausbildungen, Berufserfahrungen und weitere Qualifikationen erhoben und ausgewertet. Das Qualifikationsscreening ist eine wichtige Grundlage für den Einstieg in den Arbeitsmarkt bzw. für die weiteren notwendigen Integrations- und Qualifizierungsmaßnahmen (z.B. Alphabetisierungskurse, Deutschkurse, Pflichtschulabschlusskurse, etc.).

Ergänzt werden die Maßnahmen des AMS mit einzelnen engagierten Projekten wie „fair matching“. Dieses unterstützt Asylberechtigte bei der Kontaktaufnahme mit potenziellen Arbeitgebern.

 

Junges Potenzial erkennen und Zukunftsperspektiven ermöglichen

Zentraler Punkt des Salzburger Weges der Integration sind zudem Qualifizierungsangebote für junge geflüchtete Menschen. Diese werden frühestmöglich dabei unterstützt, eine Schul- oder Berufsausbildung abzuschließen und einen Arbeitsplatz zu finden. Junge Menschen brauchen Perspektiven für ihre persönliche Zukunft.

Im Jahr 2016 wurden einige Jugendprojekte gestartet: Das Projekt “Auf Linie 150” von BFI (Berufsförderungsinstitut) und Rettet das Kind – St. Gilgen bietet 38 Ausbildungsplätze für junge Asylsuchende mit einer jeweils einjährigen Vorbereitung. Ziel ist der Abschluss mit einer betrieblichen Lehr-Ausbildung bzw. der Einstieg ins zweite Berufsschuljahr. Darüber hinaus werden der Berufsvorbereitungslehrgang „Vielfalt als Chance“ , die „Lehre – ein Chance für jugendliche Asylsuchende/-berechtigte und Betriebe“ (beide bfi) und zahlreiche Pflichtschulabschluss- und Basisbildungskurse angeboten.

Ausgebaut wurden zudem mit der Caritas die Sprach- und Lerncafes für Kinder mit Migrationshintergrund in Mittersill, Bischofshofen, Zell am See, Stadt Salzburg und in Hallein. Bei dieser Lern- und Nachmittagsbetreuung werden Kinder beim Lernen, bei den Hausaufgaben und der Vorbereitung für Schularbeiten unterstützt.

 

„Zur besseren Koordination der Salzburger Asyl- und Integrationsarbeit wurden

bereits 2015 sogenannte Steuergruppen eingerichtet.“

 

Landesweite Abstimmung und Koordination: Steuergruppen Asyl und Integration

Damit Integration gelingen kann, braucht es abgestimmte Maßnahmen und klare Ziele. Gleichzeitig ist es notwendig, die Erfahrungen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Praxis einzubinden. Zur besseren Koordination der Salzburger Asyl- und Integrationsarbeit wurden bereits 2015 sogenannte Steuergruppen eingerichtet. Dieser bringen alle wichtigen Organisationen regelmäßig an einen Tisch. Mit dabei sind u.a .der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF), der Arbeitsmarktservice (AMS), die Polizei, der Diakonie Flüchtlingsdienst, die Arbeiterkammer (AK) oder aber auch das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA).

 

Salzburger Integrationsplattform neu geschaffen

Erstmalig in Österreich wurde 2015 in Salzburg eine Integrationsplattform für das gesamte Bundesland eingerichtet. Mitglieder sind Vertreterinnen und Vertreter aus organisierten Vereinen, Communities und Selbstorganisationen aus ganz Salzburg. Die Vernetzung erfolgt durch das Integrationsbüro der Stadt Salzburg, der Integrationsstelle des Landes Salzburg und dem Österreichischen Integrationsfonds. Die Integrationsplattform berät die Salzburger Landesregierung in ihrer Integrationspolitik, zeigt neue Wege der Integration auf und setzt sich für ein integrationsbejahendes Klima in Politik und Gesellschaft ein.

 

„Prävention und Sicherheit

werden in der Salzburger Integrationsarbeit groß geschrieben.“

 

Schwerpunkt: Prävention und Sicherheit

Prävention und Sicherheit werden in der Salzburger Integrationsarbeit groß geschrieben. Vor allem in den Salzburger Asyl-Quartieren wird konkret auf enge Zusammenarbeit und regelmäßigen Austausch mit der Sozialberatung der Caritas, der Grundversorgungsstelle des Landes und der Polizei gesetzt. Schulungen und klare Information für Quartiersbetreibende Organisationen ermöglichen ein rasches und abgestimmtes Handeln. Gleichzeitig werden die Asylsuchenden auch durch ein niederschwelliges Gesprächsangebot unterstützt, mit ihren psychischen Problemen, traumatischen Erlebnissen und persönlichen Spannungen umzugehen. In den Quartieren werden dazu psychosoziale Stabilisierungsgruppen angeboten.

Wichtige Unterstützung bei der Vermeidung oder auch Bewältigung von Konflikten können bereits integrierte Männer aus den Herkunftskulturen der Asylsuchenden leisten. Diese werden vom Verein Männerwelten im Projekt „Kontakt-Kultur-Kompetenz“ ausgebildet und wirken als Vermittler zwischen den Kulturen. Im vergangenen Jahr haben Teilnehmer aus Syrien, Afghanistan, Tschetschenien, Algerien und Somalia den Lehrgang abgeschlossen

Das 2016 gestartete Projekt „Heroes“ widmet sich dem Thema Chancengleichheit. Junge Männer mit Migrationshintergrund werden zu Botschaftern der Gleichberechtigung von Mann und Frau ausgebildet und wirken in ihrem Freundeskreis, in Jugendzentren und Schulen als Vorbilder.

 

„Das Engagement von Menschen, die freiwillig helfen, ist wichtig

und unverzichtbar für die Integrationsarbeit.“

 

Gemeinsam mit Freiwilligen arbeiten

Das Engagement von Menschen, die freiwillig helfen, ist wichtig und unverzichtbar für die Integrationsarbeit. Zur Unterstützung wurde die Vermittlungsplattform freiwilligenzentrum-salzburg.at eingerichtet. Dort finden freiwillig Engagierte auf der Freiwilligenbörse „Salzburg Hilft“ alle wichtigen Termine, Veranstaltungstipps, Bildungsangebote und weiterführende Links.

 

Charta und Vereinbarung zur Integrationspartnerschaft

Nach einer positiven Asylentscheidung wird die „Charta zur Integrationspartnerschaft“ abgeschlossen. Mit der Unterzeichnung unterstreichen die Asylberechtigten ihre Bereitschaft, die Integrationsangebote anzunehmen. Sie erhalten dabei  ein umfassendes Informationspaket zu weiteren Sprach- und Integrationsangeboten, den Arbeitsmarkteinstieg sowie allen Beratungseinrichtungen (insbesondere für Frauen und Familien).

 

„Integration ist ein langfristiger sozialer Prozess,

der mit den richtigen Maßnahmen gefördert werden muss.“

 

Thema Integrationsbereitschaft

Integration ist ein langfristiger sozialer Prozess, der mit den richtigen Maßnahmen gefördert werden muss. Die Bereitschaft zur Integration hängt wesentlich von wirtschaftlichen und persönlichen Zukunftsperspektiven und Chancen sowie vom Grad der gesellschaftlichen Einbindung der Menschen ab. Wichtig ist, dass Segregation und Desintegration verhindert werden. Integrationsfördernde Maßnahmen in Salzburg sind z.B. Deutschkurse, SprachhelferInnen in Kindergärten und Schulen, Integrationslotsinnen für Frauen sowie die intensive Vermittlung unserer rechtsstaatlichen Verfassung und die Grundlagen unseres Zusammenlebens.

 

Asyl: Aktuellen Informationen

Aktuellen Informationen & den monatlichen Asylreport finden Sie auf: www.salzburg.gv.at/Asyl

 

Land Salzburg Budget Integration

Investitionen in Integration sind Investitionen in die Zukunft unserer Gesellschaft.

2016: €  754.800, 2017: € 1.128.200

 

Personen, die in Quartieren der Grundversorgung untergebracht sind: Tendenz sinkend.

30.12.2015: 4.620 Personen

30.12.2016: 4.077 Personen

1.8.2017: 3.660 Personen

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