GRÜNES PROGRAMM_GEGEN FRAUENARMUT
Letzte Woche bekam ich ein Mail von Frau G. - geschieden, Alleinerzieherin, 2 Kinder, verdient € 900,-.
Seit einem Jahr wartet sie auf den Unterhalt für ihre beiden Söhne, auf die vom Jugendamt fixierten € 700,- pro Monat.
Und der Vater der Kinder? Ist in Deutschland und arbeitet als Selbstständiger. Nur knapp über der Grenzen, aber weit genug weg, um den Unterhalt für die Kinder seit 12 Monaten zurückhalten zu können. € 8.400,- die Alleinerzieherin und ihren Kindern fehlen!
Die Frau bekommt keinen Unterhaltsvorschuss (warum konnte ihr keiner erklären), wird von Monat zu Monat vertröstet: die Pfändung laufe, aber wann das Geld komme, könne man nicht sagen. Es wird finanziell eng, sehr eng!
Das ist nur eine Facette von Frauenarmut in Salzburg.
Viele Frauen haben ein Einkommen knapp über der armutsgefährdenden Schwelle (€ 893,-), obwohl sie 40 Stunden arbeiten. Oder sind im Alter arm, weil sie für eine existenzsichernden Pension zu kurz und zu wenig verdient haben. Oft fehlt es an Kinderbetreuung oder anderen Unterstützungen. Einige rutschen durch Lebenskrisen oder Überforderung in die Armut ab oder können sich das teure Wohnen in Salzburg nicht mehr leisten. Andere erhalten aufgrund einer Behinderung oder Beeinträchtigung keinen Arbeit, andere keine Arbeitsbewilligung…
Seit 2000 gibt es das Salzburger Frauenarmutsnetzwerk, das ich mitinitiiert und aufgebaut habe. Viel wurde in den letzten Jahren aufgezeigt, doch es braucht noch viel gemeinsame Anstrengungen der Armutsbekämpfung.
Unsere GRÜNE Forderung: Ein abgestimmter landesweiter Maßnahmenplan zur Beseitigung der Frauearmut!
Dabei müssen alle relevanten Stellen (Sozialämter, Bezirkshauptmannschaften, AMS, Frauenberatungsstellen, NGOs u.a.) und alle wesentlichen Bereiche (Arbeit, Wohnen, Kinderbetreuung, Mobilität, soziale Absicherung u.a.) einbezogen werden.
