UN-Behindertenrechtskonvention & die Frauen

Ich habe heute von Teresa, Expertin in eigener Sache, einen tollen Link-Tipp bekommen, den ich euch/Ihnen nicht vorenthalten will: Auf netzwerkfrauen-bayern - Ein Netzwerk von und für Frauen mit Behinderungen - sind Beiträge zur Diskussion “Perspektivenwechsel Frau: UN-Behindertenrechtskonvention und ihre Auswirkungen auf Frauen mit Behinderungen” zu finden.

In der Konvention taucht die Forderung nach gleichberechtigter gesellschaftlicher Teilhabe, nach Inklusion immer wieder auf. Hier wurde bewusst ein Paradigmenwechsel – weg von der Behindertenpolitik der Defizite und Fürsorge, vom medizinischen Blick, hin zur menschenrechtlichen Politik, die darauf abzielt die Würde von Frauen und Männern mit Behinderung zu schützen und die Rechte jedes einzelnen zu fördern. (Dinah Radke – ihre Präsentation ist sehr informativ und gibt einen guten Einblick zum Gender-Aspekt der UN-BK)

Und was bringt’s? Österreich hat die Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen - Behindertenrechtskonvention (UN-BK) am 26. September 2008 ratifiziert. Mit der Unterschrift auf dieser ersten Menschenrechtskonvention des 21. Jahrhunderts verpflichtet sich Österreich, diese Bestimmungen in nationales Recht umzusetzenmehr.

MEIN ERSTES MAL: 20×20 ZU GENDER & DIVERSITY

Manche haben erfahren, dass 20 Sekunden ganz schön lang sein können. Für mich waren sie fast (!) zu kurz. Aber macht euch einfach selbst ein Bild von meiner Pecha Kucha-Präsentation auf der ersten Pecha-Kucha Nacht in Salzburg am 24. Juni 2009:

20×20_Gender & Diversity in Projekten_

Hier findet ihr alle Präsentationen der Premierennacht und hier die Stimmungsbilder !

ICH MACH MIT: 1. PECHA KUCHA NACHT IN SALZBURG

So, nun hab ich mich nach einigem Abwägen entschlossen bei der ersten pecha kucha night in Salzburg (24.6.09, 20.20 Uhr, ARGE) zu präsentieren.

Na das wird eine neue Herausforderung. Bin gespannt, wie ich 6:40 Minuten Präsentation (20 Folien zu je 20 Sekunden) gut über die Bühne bringe… Falls ihr kommt, habt ihr von mir “Gender & Diversity in Projekten” zu erwarten.

Und was ist nun pecha kucha?? Das erfährt ihr hier –> in 6 Minuten und 40 Sekunden und 20 Folien:

VAN DER BELLEN LEHRT ARITHMETIK

Gestern im Österreichischen Parlament: Alexander Van der Bellen (GRÜNE) lehrt HC Strache (FPÖ) das Rechnen…

Einfach sehenswert!

Männerdenken, Männersprache… Männerwelt?

Gestern hab ich über Facebook meinen Ärger über eine kurze “wos”-Glosse im Print-Standard vom Wochenende in einer kurzen Anmerkung kundgetan. Dann kam eine Nachfrage einer Facebook-Freundin. Na dann nutze ich die Gelegenheit und führe meine Gedanken näher aus.

Der Inhalt von “The Comeback of the Year” ist weder besonders geistreich noch witzig… eher fad und entbehrlich für die erste Seite des Standards. Aber dennoch haben mich die Zeilen bewegt - negativ!

Denn wiedermal hat sich das Schlagwort des Mannes als Normmenschen bewahrheitet. Denn der Text, der scheinbar für Leserinnen und Leser geschrieben ist, wendet sich ganz eindeutig an die Männer - und ist aus Männersicht geschrieben. “Eine alte Witzzeichnung erklärt, wie man (=MANN) eine unbekannte Schönheit “richtig” bzw. “falsch” anquatscht…” Im weiteren Text entfaltet sich die Männerperspektive noch mehr (siehe Bild).

Meine Ablehnung für das generische Maskulinum wird immer stärker, die Beteuerungen (“…aber die Frauen sind da ja mitgemeint“) immer unglaubwürdiger, daher rufe ich zum eindeutigen Texten auf!

Männer, wenn ihr was für Euresgleichen schreiben wollt, dann sagt’s doch klar und deutlich und versteckt euch nicht hinter dem generischen Maskulinum!
Männer, ihr könnt das. Da bin ich mir ganz sicher!

Generisches Maskulinum = männliche Sprachform, die (so wird beteuert) für Männer und Frauen gleichermaßen gilt

Mehr dazu auf Wikipedia:… Diese Formulierungsmöglichkeit wird traditionell dann gewählt, „wenn das natürliche Geschlecht unwichtig ist oder männliche und weibliche Personen gleichermaßen gemeint sind. Das Maskulinum ist hier neutralisierend bzw. verallgemeinernd (‚generisch‘).“ Da das Maskulinum neben seiner generischen Funktion auch spezifisch (also ausschließlich für Männer) verwendet werden kann, hängt es ohne explizite Hinweise von der jeweiligen gesellschaftlichen Situation und vom Einzelnen ab, ob das andere Geschlecht eingeschlossen wird.

4. SALZBURGER BÜRGERMEISTERIN: “HAT DREI KINDER POSITIV ERZOGEN.”

Seekirchen, März 2009: In der Stichwahl setzt sich die ÖVP-Kandidatin Monika Schwaiger gegen Helmut Naderer (BZÖ) durch und ist nun die 4. Bürgermeisterin in Salzburg (von insgesamt 119!).
Johann Spatzenegger, dem bisherigen ÖVP- Bürgermeister fällt auf die Frage nach den Stärken seiner Nachfolgerin nichts anderes ein als: “Sie war 15 Jahre lang Hausfrau und hat drei Kinder positiv erzogen. In diesem familiären Sinn wird sie auch die Gemeinde führen.” (SN, 16.3.09)

Wir stellen uns mal vor:
Wien hat einen neuen Bürgermeister gewählt. Häupl übergibt sein Amt an seinen Nachfolger mit den Worten: “Der Mann ist gut, er war 15 Jahre lang Hausmann, hat drei Kinder wohlerzogen. Der weiß, wie eine Stadt zu führen ist. …ach, was ihn sonst noch auszeichnet??…”

Der Juristin Schwaiger wird darüber hinaus auch charmantes Auftreten attestiert, aber sie selber sieht das nicht nur mit Freude: “Wenn eine Frau einen guten Job macht, dann heißt es immer sie sei charmant. So ergeht es sogar Hillary Clinton und Angela Merkel. Dass Frauen in der Politik hart arbeiten, das erwähnt selten wer.”

Es macht mich wütend, welche Rolle den Frauen zugewiesen wird und mit welchen Worten sie gelobt werden. Gut, dass die Frauen selber die Fallen dieser scheinbar so nett gemeinten Komplimente und Zuschreibungen entdecken.

FRAUEN VERDIENEN ES NICHT? ZUM INTERNATIONALEN FRAUENTAG 09

Vor einigen Tagen erhielt ich ein Mail von Herrn R.:
„Diese leidige Frauenquote hängt doch schon allen beim HALS heraus.”

Jaaaaaa, auch mir hängen die frauenpolitischen Forderungen schon zum Hals raus: Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit (Diese Forderung alleine ist bald 100 Jahre alt!). Eigenständige Absicherungen im Alter. Mehr und bessere Kinderbetreuungsangebote. Quoten für Frauen in Führungspositionen, Aufsichtsräten, Parteien. Schluss mit Gewalt gegen Frauen, Diskriminierungen, Sexismus… Manchmal fühl ich mich wie ein feministischer Leierkasten! Auch wenn unsere Vorkämpferinnen schon viel erreicht haben (DANKE euch allen!), liegt doch noch so viel im Argen (nachzulesen auch im GRÜNEN Frauenbericht 2009) - bei uns und anderswo:

  • Frauen verdienen es nicht? Nach dem aktuellsten EU-Ranking zur Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen liegt Österreich auf Platz 26. Von 27! Nur in Estland ist die Lohnverteilung noch ungerechter. Auf die Lebensarbeitszeit hochgerechnet verdienen Österreicherinnen 160.000 Euro weniger.
  • Frauen können es nicht? In 200 österreichischen Topunternehmen ist gerade einmal jedes zwanzigste Vorstandsmitglied weiblich, in den Aufsichtsräten ist die Zahl nur unwesentlich höher (Quelle: ORF).

und nun ein GEWALTiger inhaltlicher Sprung…

  • Frauen überleben es nicht? Derzeit kämpft das Iranische Frauenforum gegen den Fundamentalismus, Amnesty International und viele andere darum, die Steinigung der knapp 40 jährigen Iranerin Ashraf Kalhori abzuwehren. Ihr Verbrechen: Verstoß gegen die Moralgesetze.

So ein Internationaler Frauentag ist wichtig. Überlebenswichtig. Read more »

GRÜNES PROGRAMM_GEGEN FRAUENARMUT

Letzte Woche bekam ich ein Mail von Frau G. - geschieden, Alleinerzieherin, 2 Kinder, verdient € 900,-.
Seit einem Jahr wartet sie auf den Unterhalt für ihre beiden Söhne, auf die vom Jugendamt fixierten € 700,- pro Monat.

Und der Vater der Kinder? Ist in Deutschland und arbeitet als Selbstständiger. Nur knapp über der Grenzen, aber weit genug weg, um den Unterhalt für die Kinder seit 12 Monaten zurückhalten zu können. € 8.400,- die Alleinerzieherin und ihren Kindern fehlen!

Die Frau bekommt keinen Unterhaltsvorschuss (warum konnte ihr keiner erklären), wird von Monat zu Monat vertröstet: die Pfändung laufe, aber wann das Geld komme, könne man nicht sagen. Es wird finanziell eng, sehr eng!

Das ist nur eine Facette von Frauenarmut in Salzburg.
Viele Frauen haben ein Einkommen knapp über der armutsgefährdenden Schwelle (€ 893,-), obwohl sie 40 Stunden arbeiten. Oder sind im Alter arm, weil sie für eine existenzsichernden Pension zu kurz und zu wenig verdient haben. Oft fehlt es an Kinderbetreuung oder anderen Unterstützungen. Einige rutschen durch Lebenskrisen oder Überforderung in die Armut ab oder können sich das teure Wohnen in Salzburg nicht mehr leisten. Andere erhalten aufgrund einer Behinderung oder Beeinträchtigung keinen Arbeit, andere keine Arbeitsbewilligung…

Seit 2000 gibt es das Salzburger Frauenarmutsnetzwerk, das ich mitinitiiert und aufgebaut habe. Viel wurde in den letzten Jahren aufgezeigt, doch es braucht noch viel gemeinsame Anstrengungen der Armutsbekämpfung.

Unsere GRÜNE Forderung: Ein abgestimmter landesweiter Maßnahmenplan zur Beseitigung der Frauearmut!
Dabei müssen alle relevanten Stellen (Sozialämter, Bezirkshauptmannschaften, AMS, Frauenberatungsstellen, NGOs u.a.) und alle wesentlichen Bereiche (Arbeit, Wohnen, Kinderbetreuung, Mobilität, soziale Absicherung u.a.) einbezogen werden.

FRAUENBOTSCHAFTEN FÜR SALZBURG

An alle Salzburgerinnen: Im Wahljahr 2009 haben wir auf der Homepage der GRÜNEN Frauen Platz geschaffen für eure/Ihre Botschaften an PolitikerInnen und EntscheidungsträgerInnen, die wir - Barbara Sieberth (GRÜNE Kandidatin in der Stadt für die Gemeinderatswahl) und Martina Berthold (GRÜNE Kandidatin für die Landtagswahl) - dann aufgreifen in unserer politischen Arbeit für Frauen in Stadt und Land Salzburg einbringen.

Einfach Foto mit Botschaft machen und hochladen – mit Namen oder anonym. Oder einfach die Botschaft in reiner Textform.

Wir freuen uns über eure/Ihre Botschaften …hier geht’s lang!

50 FRAGEN in 60 MINUTEN: FRAUEN-ZUR-WAHL VIDEOCHAT

60 Minuten lang habe ich gestern beim ersten Frauen-zur-Wahl Videochat 50 Fragen quer durch die Frauenpolitik und den aktuellen Salzburger Landtagswahlkampf beantwortet. Es war spannend und schon ganz schon fordernd - vor allem die Schnelligkeit, die dieses Medium mit sich bringt: die Fragen und Themen purzeln nur so daher…

Von “Wenn du frei gestalten könntest, was wären die 3 wichtigsten und ersten Maßnahmen im frauenpolitischen Bereich, die du angehen würdest?” über “Was machst du, wenn es mit deinem Mandat nicht klappt?” bis zu “Kopftuch im öffentlichen Dienst in Salzburg. Wie stehst du dazu?” habe ich meine Ideen, Positionen und politischen Pläne dargestellt.

Die Antworten auf die 50 Fragen gibt’s hier…

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