Neue Vereinsakademie des Salzburger Bildungswerks ist gefragt

Viele Jugendliche, Frauen und Männer leisten einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft in Freiwilligengruppen und Vereinen. Dabei stehen sie oftmals vor Fragen zu Haftungen, Vereinsrecht, Datenschutz oder Bildrechten. Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit bedeutet für mich persönlich auch, Unterstützung in diesen Rechts- und Organisationsfragen zu geben. Zu diesem Zweck wurde die neue Vereinsakademie des Salzburger Bildungswerks gegründet. Wie groß der Bedarf an fundierter Information ist, zeigt der Erfolg der Auftaktveranstaltung

60 Salzburgerinnen und Salzburger nutzten gestern, Dienstag, 10. Oktober, in Thalgau die Gelegenheit und informierten sich bei der Auftaktveranstaltung der neuen Vereinsakademie über rechtliche Fragen in der Freiwilligenarbeit. Ich freue mich, dass ich beim Auftakt der Vereinsakademie des Salzburger Bildungswerks mit dabei sein konnte.

Unter dem Titel „Risiko Ehrenamt“ informierte der Richter Bernhard Promegger über die Grundlagen zu Recht, Haftung und Versicherung in der Freiwilligenarbeit. Der Bedarf an fundierter Information ist groß. Rund 60 Frauen und Männer holten sich vom Experten Antworten auf ihre Fragen aus ihrem freiwilligen Engagement.

Freiwilliges Engagement hat in Salzburg – wie auch in Österreich – einen großen Stellenwert. Rund 46 Prozent der Bevölkerung (ab 15 Jahre) engagiert sich freiwillig. Freiwillige aus den Bereichen Soziale Dienste, Bildung, Sport, Jugend, Naturschutz, Katastrophenhilfsdienste, Blaulichtorganisationen, Integration, Brauchtumspflege, Politik, Alpenverein, Tierschutz, Jugendarbeit und Kultur nahmen am der Veranstaltung teil.

     Expertinnen und Experten stehen hilfreich zur Seite

In dieser neuen Informationsreihe des Salzburger Bildungswerks (SBW) vermitteln Expertinnen und Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen wichtiges Handwerkszeug für die Vereinsarbeit im Ort. Rechtliches Detailwissen, aber auch Fähigkeiten in den Bereichen Public Relations und Werbung, Vereinsinterner Kommunikation, Fotografie oder auch Präsentation sind stark nachgefragt. Die neue Vereinsakademie gibt Antworten und steht allen engagierten Frauen und Männern mit Rat und Tat zur Seite.

Der nächste Infoabend zum Thema „Risiko Ehrenamt“ findet am 29. November 2017 in Seeham statt und ist ebenfalls bereits fast ausgebucht. „Ebenfalls im November gibt es erstmals in Saalfelden einen Abend zum Thema Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Auf Grund der großen Nachfrage werden zudem auch im Flachgau weitere Infoabende zum Thema Vereinsrecht angeboten“, so Alexander Glas vom Salzburger Bildungswerk.

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Talente stärken

 Das START-Stipendium gibt heuer Unterstützung für drei junge Menschen mit Migrationshintergrund. Es stärkt Talente und fördert damit Integration. Bereits zum 7. Mal wurden heuer wieder START-Stipendien an junge Menschen mit Migrationshintergrund vergeben, die auf ihrem Weg zur Matura sind und sich in ihrer Freizeit sozial und kulturell engagieren.

Heuer wurden drei Jugendliche in das START-Stipendienprogramm aus den zahlreichen Bewerbungen neu aufgenommen. Zudem gibt es einen neuen Anwärter für das Stipendium. Die Gymnasiastin Eisha Mustafa aus Pakistan, die zwei HTL-Schüler Maisam Taheri aus Afghanistan und Roni Ali aus Syrien und Start-Anwärter Rohullah Muhammadi aus Afghanistan besuchten gestern, Dienstag, 19. September, Landesrätin Martina Berthold, die sich von den Leistungen der Jugendlichen begeistert zeigt: Jeder der START-Stipendiatinnen und Stipendiaten ist für mich ein starkes Vorbild. Sie engagieren sich für die Gesellschaft und nehmen ihre Zukunft in die Hand. Das beeindruckt mich. Gerade in Zeiten, in denen alle von Integration reden, zeigen die Stipendiatinnen und Stipendiaten wie man Integration lebt.

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Integration in Salzburg

Verpflichtende Deutschkurse, ein umfassender Aktionsplan zur Arbeitsmarktintegration, Schul- oder Berufsausbildung für junge Flüchtlinge, Steuergruppen zur besseren landesweiten Zusammenarbeit bei Asyl und Integration, eine Österreichweit erstmalige Integrationsplattform zur Einbindung von Menschen mit Migrationshintergrund, neue Maßnahmen im Bereich Prävention und Sicherheit, mehr Unterstützung für Freiwillige: in vielen Bereichen wurden der Salzburger Weg der Integration in den letzten beiden Jahren ausgebaut. Eine Zwischenbilanz zu Zielen, Maßnahmen und Projekten.

 

Verpflichtende Deutschkurse ab Tag eins

Die wichtigste Basis für die Integration und vor allem für den Einstieg in ein selbstständiges Leben in Salzburg ist die Sprache. Sprachkurse und Qualifizierungsangebote sind gesellschaftliche Investitionen, die sich langfristig bezahlt machen. Daher werden bereits allen Asylsuchenden Deutschkurse zur Verfügung gestellt. Die Teilnahme am Grundkurs (A1-Niveau) ist verpflichtend.

Das Land Salzburg investierte 2016 zudem 505.000 Euro in Sprachlernangebote für Jugendliche und Erwachsene. Vom Integrationsministerium stehen dem Projekt „StartDeutsch Salzburg!“ bis Ende 2017 zusätzliche 617.000 Euro zur Verfügung, rund eine Million Euro steuert das Innenministerium bei. Mit den zusätzlichen Geldern wurden landesweit 48 neue Deutschkurse für Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte finanziert.

Salzburg setzt bei der Integration auf klare Vereinbarungen und auf einen partnerschaftlichen Umgang auf Augenhöhe. Seit 2015 wird der Salzburger Weg der Integration strukturiert und abgestimmt umgesetzt: Flächendeckende Deutschkurse, Charta und Vereinbarung der Integrationspartnerschaft, Aktionsplan Arbeitsmarktintegration, landesweite Steuerungsgruppen zur besseren Koordination aller Maßnahmen.

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Integration fördern und Konflikte verhindern

Prävention und Sicherheit werden bei der Integrationsarbeit in den Salzburger Quartieren groß geschrieben. Zentral dafür sind die enge Zusammenarbeit und der regelmäßige Austausch zwischen den Asylquartieren und der Polizei. Schulungen und klare Information für Quartiersbetreibende Organisationen sorgen dafür, dass rasch gehandelt werden kann.

Präventive Arbeit wird im Rahmen von Workshops mit den Quartiersbetreiberinnen und Betreibern, regelmäßigen koordiniert. Das Angebot wurde seit Start mit großem Interesse angenommen.

Integrationsarbeit ab dem ersten Tag

Integrationsarbeit beginnt ab Tag eins, wenn Asylwerberinnen und Asylwerbern in der Salzburger Grundversorgung neu ankommen. Bereits dort werden die Grundlagen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens vermittelt. Dabei stehen vor allem unsere demokratischen Grundwerte – dazu zählen z.B. die Gleichstellung von Frauen und Männern, Gewalt-, Religions- und Meinungsfreiheit – im Vordergrund. Unterstützung gibt es auch beim Kennenlernen unserer alltäglichen Umgangsformen und Gebräuche. Die Teilnahme am Basis-Deutschkurs ist dabei verpflichtend.

Das Land Salzburg setzt alle Integrationsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit der Polizei, dem Österreichischen Integrationsfonds und den Freiwilligengruppen um. Integration von Anfang braucht eine Ansprache auf Augenhöhe und die klare Vermittlung von Regeln, Pflichten und Rechten. So werden bereits im Startquartier Thalgau sogenannte „Fremdendialoge“, Orientierungs- und Wertekurse, das Qualifizierungsscreening und auch Deutschkurse abgehalten.

Präventionsarbeit in den Quartieren

Alle Betreuerinnen und Bertreuer in den Quartieren oder in der Sozialbetreuung der Grundversorgung sind die zentralen Ansprechpersonen der Präventionsarbeit. Sie erkennen direkt und unmittelbar, wenn Asylwerbende Unterstützung brauchen oder sich Spannungen entwickeln. Durch Schulungen und die konsequente Zusammenarbeit und Steuerung konnten in den letzten Jahren hier viele Erfahrungen gesammelt und das Krisenmanagement verbessert werden. Auch die psychosozialen Stabilisierungsgruppen, die in den Quartieren angeboten werden, arbeiten stark präventiv und helfen den Asylswerbenden so beim Abbau von Spannungen und Konflikten.

Vorbilder unterstützen Integration

Einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Konflikten können gut integrierte Personen aus den Herkunftskulturen der Asylsuchenden leisten. Diese sogenannten „Peers“ werden vom Verein Männerwelten ausgebildet. In den Kursen und des Projekts „Kontakt-Kultur-Kompetenz“ vermitteln sie ihren Landsleuten u.a. gebräuchliche Umgangsformen in Österreich. Im vergangenen Jahr haben Teilnehmer aus Syrien, Afghanistan, Tschetschenien, Algerien und Somalia den Lehrgang abgeschlossen. Im ersten Halbjahr 2017 startete nun bereits der zweite Kurs. Bisher haben 22 Teilnehmer die beiden Kurse abgeschlossen.

Asyl: Aktuellen Informationen

Aktuellen Informationen & den monatlichen Asylreport finden Sie auf: www.salzburg.gv.at/Asyl

Aktive Beteiligung an Integration

Seit 2015 berät die Salzburger Integrationsplattform die Salzburger Landesregierung bei allen Fragen der Integration. Sie bezieht kritische Position zur Integrationspolitik und sensibilisiert für die Anliegen von Menschen, die zugewandert sind.  Dabei geht es um Aufklärung und einen offenen Dialog. Eine erste Bilanz.

Die Plattform ist eine starke Partnerin für unsere konstruktive und sachliche Integrationspolitik. Sie ist damit auch ein starkes Gegengewicht zu populistischer Stimmungsmache und zeigt neue Wege für ein gutes Zusammenleben in Salzburg auf. Unsere Gesellschaft wird vielfältiger und mir geht es darum, allen Menschen die Möglichkeiten zu bieten, sich aktiv in die Gestaltung unserer Gesellschaft einzubringen. Die Arbeit der Integrationsplattform fördert ein wertschätzendes Klima in unserem Land.

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Gedanken zum Weltflüchtlingstag 2017

Impression aus dem September 2015. Ein Flüchtlingskind am Bahnhof Salzburg

Weltweit sind heute mehr Kinder, Frauen und Männer von Flucht und Vertreibung betroffen, als je zuvor. Ende 2016 waren es 65,6 Millionen Menschen. Das sind um 300.000 mehr Menschen als im Jahr zuvor und mehr Menschen als heute in Großbritannien leben. Nicht alle geflüchteten Menschen suchen Zuflucht in anderen Ländern. 40,3 Millionen Menschen sind Flüchtlinge in ihrem eigenen Heimatland. Hinter allen diesen Zahlen steckt unendliches persönliches Leid: Im Schnitt hat jeder 113. Mensch auf unserem Planeten einmal in seinem Leben eine Fluchterfahrung gemacht.

Viele Kinder, Frauen und Männer sind in den letzten Jahren auch zu uns nach Österreich geflüchtet und haben hier um Schutz gebeten. Es ist mir ein Herzensanliegen, dass wir geflüchtete Menschen bei ihrem Neustart in unserem Land unterstützen. Viele Salzburgerinnen, Salzburger, Gemeinden und Hilfsorganisationen sind hier sehr aktiv unterwegs. Sie helfen den geflüchteten Menschen bei der Integration. Ich habe großen Respekt vor diesem persönlichen Engagement.

In den Asylverfahren werden die Gründe für die Flucht überprüft. Dann wird entschieden, ob eine Person in Österreich bleiben darf. Während dieser Zeit sind die Asylwerbenden in einem der derzeit 164 Salzburger Grundversorgungs-Quartiere untergebracht. Die Arbeit der Grundversorgung von geflüchteten Kindern, Frauen und Männern ist fordernd und braucht vorausschauende Planung und kluges Management. Für die hervorragende Bewältigung dieser Aufgabe möchte ich an dieser Stelle allen Frauen und Männern danken, die in Salzburg für die Grundversorgung arbeiten.

Integration ist ein Dialog auf Augenhöhe. Und es braucht dazu die Unterstützung und Bereitschaft beider Seiten. Daher sind mir in der Integrationsarbeit zwei Punkte besonders wichtig: Sprachausbildung und Selbstständigkeit.

In Salzburg setzen wir auf flächendeckende Deutschkursangebote und auf die Erfahrungen und Kompetenzen, die die Menschen mitbringen. Im Rahmen des Projekts „Qualifikationsscreening“ wurde mit allen Asylwerberinnen und Asylwerbern ab 18 Jahren Qualifikationsprofile entwickelt. Sprachkenntnisse, Schul- und Berufsausbildungen, Studienabschlüsse, Berufserfahrungen und die beruflichen Ziele wie Pläne von über 3.000 Menschen werden dabei erhoben und bewertet. Das Qualifikationsscreening bildet somit eine unverzichtbare Grundlage für Maßnahmen des Arbeitsmarktservices für weiteren Schritte in die persönliche Selbstständigkeit.

Heute zum Weltflüchtlingstag 2017 möchte ich vor allem allen Salzburgerinnen und Salzburger danken, die mit großem freiwilligem Engagement ihre neuen Nachbarinnen und Nachbarn beim der Integration unterstützen.

 

Tipp für Starter:

Allen neuen Helferinnen und Helfern steht übrigens die Salzburger Online-Freiwilligenbörse zur Verfügung.

Kleines Land, großes Durchhaltevermögen

Meine Riese in den Libanon. Ein Bericht. Teil 2 von 3

Manches, das ich über den Libanon erfahren habe, kommt mir wieder in den Kopf, wenn ich Fotos und Aufzeichnungen durchsehe. 

 

2:1 ist im Libanon kein Fussballergebnis. Es ist das Verhältnis von Libanesinnen wie Libanesen zu den in den Libanon geflüchteten Menschen. 1,5 Millionen Menschen aus Syrien wurden aufgenommen, weitere 500.000 Flüchtlinge mit palästinensischer Nationalität oder aus anderen Staaten leben zusätzlich im Land.

2,4 Dollar täglich: Mehr als 1,2 Millionen Menschen leben im Libanon unter dieser Armutsgrenze. Das sind doppelt so viele wie noch 2014.

251 Gemeinden: In ihnen leben nicht nur 86% aller syrischen Flüchtlinge, sondern auch zwei Drittel der Libanesinnen und Libanese in Armut. Öffentliche und soziale Dienste (Kindergärten, Schulen, Entsorgung,…) können diese Gemeinden nicht mehr aus eigener Kraft aufrechterhalten.

Im Libanon kommen gleich viel Flüchtlingskinder wie libanesische Kinder zur Welt. Die Bevölkerung ist in den letzten 4 Jahren um 28 Prozent gewachsen.

Auf unserer Reise durften wie erleben, was die Menschen im Libanon großartiges leisten. Oftmals fragte ich mich: Wie lange wird dieses Land noch durchhalten? Nicht jedem ist bekannt, dass auch der Libanon selbst turbulente Zeiten durchgemacht hat. In der jüngsten Geschichte durchlebten die Libanesinnen und Libanesen zwei Bürgerkriege- Zudem mischten sich die Nachbarstaaten immer wieder in die libanesische Politik ein. In dem seit 1943 unabhängigen Staat herrscht ein labiles Gleichgewicht von christlichen, sunnitischen und schiitischen EinwohnerInnen. Ein politisches Proporzsystem soll ausgleichend wirken, aber der demographische Wandel gefährdet die Balance genauso wie die aktuellen Krisen. Der Bürgerkrieg im Nachbarland bedeutet für den Libanon nicht nur, dass viele SyrerInnen ins Land flüchten. Gleichzeitig herrscht auch eine wirtschaftliche Krise – Tourismus, Handel und Dienstleistungen brechen ein.

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