Aktive Beteiligung an Integration

Seit 2015 berät die Salzburger Integrationsplattform die Salzburger Landesregierung bei allen Fragen der Integration. Sie bezieht kritische Position zur Integrationspolitik und sensibilisiert für die Anliegen von Menschen, die zugewandert sind.  Dabei geht es um Aufklärung und einen offenen Dialog. Eine erste Bilanz.

Die Plattform ist eine starke Partnerin für unsere konstruktive und sachliche Integrationspolitik. Sie ist damit auch ein starkes Gegengewicht zu populistischer Stimmungsmache und zeigt neue Wege für ein gutes Zusammenleben in Salzburg auf. Unsere Gesellschaft wird vielfältiger und mir geht es darum, allen Menschen die Möglichkeiten zu bieten, sich aktiv in die Gestaltung unserer Gesellschaft einzubringen. Die Arbeit der Integrationsplattform fördert ein wertschätzendes Klima in unserem Land.

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Gedanken zum Weltflüchtlingstag 2017

Impression aus dem September 2015. Ein Flüchtlingskind am Bahnhof Salzburg

Weltweit sind heute mehr Kinder, Frauen und Männer von Flucht und Vertreibung betroffen, als je zuvor. Ende 2016 waren es 65,6 Millionen Menschen. Das sind um 300.000 mehr Menschen als im Jahr zuvor und mehr Menschen als heute in Großbritannien leben. Nicht alle geflüchteten Menschen suchen Zuflucht in anderen Ländern. 40,3 Millionen Menschen sind Flüchtlinge in ihrem eigenen Heimatland. Hinter allen diesen Zahlen steckt unendliches persönliches Leid: Im Schnitt hat jeder 113. Mensch auf unserem Planeten einmal in seinem Leben eine Fluchterfahrung gemacht.

Viele Kinder, Frauen und Männer sind in den letzten Jahren auch zu uns nach Österreich geflüchtet und haben hier um Schutz gebeten. Es ist mir ein Herzensanliegen, dass wir geflüchtete Menschen bei ihrem Neustart in unserem Land unterstützen. Viele Salzburgerinnen, Salzburger, Gemeinden und Hilfsorganisationen sind hier sehr aktiv unterwegs. Sie helfen den geflüchteten Menschen bei der Integration. Ich habe großen Respekt vor diesem persönlichen Engagement.

In den Asylverfahren werden die Gründe für die Flucht überprüft. Dann wird entschieden, ob eine Person in Österreich bleiben darf. Während dieser Zeit sind die Asylwerbenden in einem der derzeit 164 Salzburger Grundversorgungs-Quartiere untergebracht. Die Arbeit der Grundversorgung von geflüchteten Kindern, Frauen und Männern ist fordernd und braucht vorausschauende Planung und kluges Management. Für die hervorragende Bewältigung dieser Aufgabe möchte ich an dieser Stelle allen Frauen und Männern danken, die in Salzburg für die Grundversorgung arbeiten.

Integration ist ein Dialog auf Augenhöhe. Und es braucht dazu die Unterstützung und Bereitschaft beider Seiten. Daher sind mir in der Integrationsarbeit zwei Punkte besonders wichtig: Sprachausbildung und Selbstständigkeit.

In Salzburg setzen wir auf flächendeckende Deutschkursangebote und auf die Erfahrungen und Kompetenzen, die die Menschen mitbringen. Im Rahmen des Projekts „Qualifikationsscreening“ wurde mit allen Asylwerberinnen und Asylwerbern ab 18 Jahren Qualifikationsprofile entwickelt. Sprachkenntnisse, Schul- und Berufsausbildungen, Studienabschlüsse, Berufserfahrungen und die beruflichen Ziele wie Pläne von über 3.000 Menschen werden dabei erhoben und bewertet. Das Qualifikationsscreening bildet somit eine unverzichtbare Grundlage für Maßnahmen des Arbeitsmarktservices für weiteren Schritte in die persönliche Selbstständigkeit.

Heute zum Weltflüchtlingstag 2017 möchte ich vor allem allen Salzburgerinnen und Salzburger danken, die mit großem freiwilligem Engagement ihre neuen Nachbarinnen und Nachbarn beim der Integration unterstützen.

 

Tipp für Starter:

Allen neuen Helferinnen und Helfern steht übrigens die Salzburger Online-Freiwilligenbörse zur Verfügung.

Junge Heroes kämpfen für Gleichberechtigung

Im neuen Projekt „Heroes – Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre“ setzen sich junge Männer mit Migrationshintergrund für das gleichberechtigte und gewaltfreie Zusammenleben von Frauen und Männern ein – in den Schulen, auf der Straße, in Clubs und auf Fußballplätzen. In den vergangenen Monaten wurden die ersten Heroes-Gruppenleiter ausgewählt und ausgebildet. Nun wird die Arbeit mit den 15- bis 23-jährigen jungen Männern, den zukünftigen Heroes aufgenommen.

Meist beginnt die klassische Burschenarbeit erst dann, wenn männliche Jugendliche auffällig oder gar gewalttätig geworden sind. Das Projekt Heroes hingegen wird schon vorher aktiv. Dieses neue Präventionskonzept stärkt junge Männer und stellt die Gleichstellung von Männern und Frauen in den Mittelpunkt. Die jungen Heroes gehen dieses Thema sehr nachhaltig in ihrem Umfeld an.

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Vorausschauende Integrationsarbeit in Hallein

Seit acht Jahren leistet das Team vom Büro für interkulturelles Zusammenleben vorbildliche Integrationsarbeit in Hallein. Bei dieser Arbeit werden das Miteinander und die Teilnahme am öffentlichen Leben in den Mittelpunkt gestellt. Workshops an Schulen zur Förderung von Demokratiebewusstsein belegen, wie sehr hier vorausschauende Integrationsarbeit mit großer Professionalität geleistet wird. Bei einem Besuch konnte ich mir einen Überblick über die vorbildliche Integrationsarbeit verschaffen.

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Start-Quartier in Thalgau

Das Asylquartier in Thalgau wurde kürzlich zum sogenannten Start-Quartier umfunktioniert und dient nun neu ankommenden männlichen Flüchtlingen als Erstunterkunft. 

Im neuen Start-Quartier gibt es eine Eingangsphase. Diese dauert bis zu sechs Monate und beinhaltet umfassende wie vertiefende Kurse und Angebote in den vier Feldern Prävention und Sicherheit, Deutsch und Ausbildung, Orientierung und Grundwerten sowie Gesundheit und Vorsorge. Integrationsmaßnahmen können so an einem Standort gebündelt werden. Somit ist sichergestellt, dass alle Flüchtlinge von den Betreuungsangeboten profitieren und erreicht werden. Zudem erleichtert dies die Organisation und Durchführung der Integrationsmaßnahmen.

Foto 1: LMZ/Neumayr. Im Bild: Martin Huber Caritas, Bgm. Martin Greisbergern Landesrätin Martina Berthold und Polizist Franz Huber.

Während des Aufenthalts im Start-Quartier wird auch das für die spätere Integration auf dem Arbeitsmarkt wichtige sogenannte „Qualifikationsscreening“ durchgeführt. Dadurch werden die individuellen Kompetenzen und Qualifikationen der Asylwerber für das Arbeitsmarktservice (AMS) dokumentiert.

Das Start-Quartier wird von der Caritas Salzburg geführt. Die Volkshochschule Salzburg, die Polizei und andere Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, das Rote Kreuz und der Österreichische Integrationsfonds sind unter anderem Kooperationspartner bei der Umsetzung.

Foto2: LMZ/Neumayr. Martina Berthold mit zwei Asylwerbern beim Deutsch lernen

 

Das lebensbegleitende Lernen stärken

Gestern Montag 23. Jänner hatte ich die Gelegenheit Neue Projekte und Schwerpunkte in der Salzburger Erwachsenenbildung für das Jahr 2017  gemeinsam mit Günter Kotrba (Direktor Volkshochschule Salzburg, im Bild links), Werner Pichler (Vorsitzender Arbeitsgemeinschaft SEB und Direktor des Berufsförderungsinstituts Salzburg, 3. v Links), sowie Ingrid Allesch (Vorsitzende Evangelisches Bildungswerk Salzburg, rechts) präsentieren zu können.

Die Salzburger Erwachsenenbildung ist vielfältig. Das Bildungsprogramm reicht vom Nachholen von Bildungsabschlüssen über berufsbezogene Weiterbildungen und Managementkursen bis hin zu Seminaren zur Persönlichkeitsbildung, Sprachkursen oder Hochschullehrgängen.

Erwachsenenbildungsbudget heuer um 24,6 Prozent aufgestockt

Das Budget wurde heuer um 680.000 Euro oder 24,6 Prozent erhöht. Damit stehen der Erwachsenenbildung 2017 insgesamt 3,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die zusätzlichen 680.000 Euro in der Erwachsenenbildung sind Investitionen in eine chancengleiche und damit gerechtere Gesellschaft. Mit dem Ausbau des Angebots werden mehr Menschen beim zweiten Bildungsweg, ihrer beruflichen Weiterbildung oder Persönlichkeitsentwicklung unterstützt.

Ein starkes Angebot an Weiterbildungsangeboten sind wichtig für die berufliche als auch für die persönliche Weiterentwicklung. Darüber hinaus sind diese unverzichtbar im Bereich der Integration. Der Ausbau in diesem Bereich in den vergangenen beiden Jahren kann sich sehen lassen: Schulungen für freiwillige Helferinnen und Helfer, eine neue Online-Freiwilligenbörse und zusätzliche Basisbildungs- und Pflichtschulabschluss-Kurse.

Angehoben wurden zuletzt die Gelder für Pflichtschulabschluss-Kurse. 2017 stehen dafür insgesamt 1,4 Millionen Euro zur Verfügung, das sind zusätzlich 450.000 Euro.

Mehr Bewegungsspielraum und Planungssicherheit

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Salzburger Erwachsenenbildung (ARGE SEB) und BFI-Direktor, Werner Pichler, zeigte sich gestern über die Erhöhung der Förderungen erfreut: „Nach Jahren der Stagnation gibt es nun für eine Reihe von Einrichtungen wieder mehr Bewegungsspielraum und Sicherheit“, betonte Pichler. Diese braucht es, um zum Beispiel bestehende Angebote von Bildungsnahversorgern, wie etwa dem Katholischen Bildungswerk oder dem Salzburger Bildungswerk, weiter zu entwickeln.“

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Was heißt eigentlich „Hilfe vor Ort“?

4 Tage im Libanon. Teil 1 von 3

Anfang Dezember war ich gemeinsam mit Landesrat Rudi Anschober und Landesrätin Christine Baur, die so wie ich in ihren Bundesländern (Oberösterreich, Tirol) die politische Verantwortung für Integration tragen, im Libanon. Genau genommen besuchten wir die Bekaa-Ebene. Das ist jene  Hochebene, in der aktuell rund eine Million geflüchtete Syrerinnen und Syrer leben.

Im Libanon bekamen wir einen Einblick in die Lebenssituation der geflüchteten Menschen. Ich sah, welche große menschliche Herausforderungen der Libanon diese Tage meistert.

Inhaltliche Schwerpunkte der Reise waren die Themen Bildung für Kinder und die Situation der Frauen sowie neue Hilfsprojekte vor Ort. Zwei Fragen waren mir persönlich sehr wichtig: „Wie sieht die konkrete Hilfe vor Ort aus?“ und „Wo können wir die engagierte Arbeit der Hilfsorganisationen unterstützen“.

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