Verwenden statt Verschwenden: Bürgerliste rettet Lebensmittel


Umwelt

Der 24. November ist Welt-Kauf-Nix-Tag. Zu diesem Anlass verteilt die Bürgerliste/DIE GRÜNEN am Salzburger Platzl Lebensmittel, die schon für den Müll bestimmt waren.

„Laut Salzburger Abfallservice landen in Salzburg täglich ca. 12.000 Kilo noch genießbarer Lebensmittel im Müll. Eine Menge, mit der sich ganz Seekirchen versorgen ließe. Weltweit wird rund ein Drittel aller genießbarer Bestandteile von Lebensmitteln entsorgt“, beschreibt Lukas Uitz, langjähriger Mülltaucher und nun Bürgerlisten-Kandidat für die kommenden Gemeinderatswahlen, die Situation. Am internationalen „Kauf-Nix-Tag“, einem aktionistischen Gegenpol zur umsatzstarken Adventzeit, macht die Bürgerliste/DIE GRÜNEN auf diesen Missstand aufmerksam. Engagierte Salzburgerinnen und Salzburger machen die Verschwendung greifbar und tischen von 10.00 bis 13.00 am Platzl in großem Stile Lebensmittel auf, die bereits für den Müll gedacht waren. „Wir laden die Salzburgerinnen und Salzburger dazu ein, sich ein Bild von der makellosen Qualität der Produkte zu machen, die noch dazu meistens original verpackt und erst kurz oder noch gar nicht abgelaufen sind“, sagt Organisator Lukas Uitz. Gefordert werden Maßnahmen zur effektiveren Verwertung wie etwa in Frankreich, wo Supermärkte ihre Ausschussware billiger verkaufen oder spenden müssen.

Wegwerfmentalität mit strukturellem Hintergrund

In Österreich werden nur sechs Prozent der nicht verkauften Lebensmittel aus dem Einzelhandel sozialen Zwecken zugeführt. Wegwerfen ist in der Regel einfacher und wirtschaftlicher als Wiederverwendung und Weitergabe. Wenn um 19 Uhr im Supermarkt die Regale noch voll sind, ist es logisch, wenn hier Ware übrigbleibt. „Wir möchten mit unserer Aktion die Mentalität des Wegwerfens und des Immer-Alles-Verfügbar-Habens kritisch hinterfragen und die Konsequenzen bewusst machen“, so Uitz weiter.

Mindeshaltbarkeitsdatum oft missinterpretiert

Natürlich können auch auf individueller Ebene alle einen Beitrag leisten. Mengenrabatte, Großpackungen und Preisaktionen verleiten uns, mehr Lebensmittel zu kaufen, als eigentlich gebraucht werden. Ein abgelaufenes Mindeshaltbarkeitsdatum ist für viele ein Grund, Lebensmittel zu entsorgen, dabei bedeutet dieses nicht zwangsläufig, dass ein Produkt schlecht ist. „Einen Fernseher werfe ich auch nicht einfach nach Ablauf der Garantie weg, wenn er noch funktioniert. Dasselbe Prinzip gilt auch für Lebensmittel“, vergleicht Uitz.

Politik am Zug

Die Bürgerliste/DIE GRÜNEN sieht die Politik in der Pflicht. „Als Konsumentinnen und Konsumenten können wir zwar durch bewusstes Einkaufen wichtige Zeichen setzen. Wir brauchen aber noch größere Hebel. Die Politik muss die Lebensmittelkonzerne und den Einzelhandel dazu verpflichten, noch genießbare aber nicht mehr verkäufliche Lebensmittel weiterzugeben“, so Bürgermeisterkandidatin Martina Berthold. Das Beispiel Frankreich gibt die Richtung vor. Dort müssen Supermärkte ab einer Verkaufsfläche von 400 m² nicht verkaufte Waren billiger abgeben oder spenden. „Ich setze mich dafür ein, dass Lebensmittel nicht verschwendet werden“, so Berthold abschließend.

Zurück