4. SALZBURGER BÜRGERMEISTERIN: “HAT DREI KINDER POSITIV ERZOGEN.”

Seekirchen, März 2009: In der Stichwahl setzt sich die ÖVP-Kandidatin Monika Schwaiger gegen Helmut Naderer (BZÖ) durch und ist nun die 4. Bürgermeisterin in Salzburg (von insgesamt 119!).
Johann Spatzenegger, dem bisherigen ÖVP- Bürgermeister fällt auf die Frage nach den Stärken seiner Nachfolgerin nichts anderes ein als: “Sie war 15 Jahre lang Hausfrau und hat drei Kinder positiv erzogen. In diesem familiären Sinn wird sie auch die Gemeinde führen.” (SN, 16.3.09)

Wir stellen uns mal vor:
Wien hat einen neuen Bürgermeister gewählt. Häupl übergibt sein Amt an seinen Nachfolger mit den Worten: “Der Mann ist gut, er war 15 Jahre lang Hausmann, hat drei Kinder wohlerzogen. Der weiß, wie eine Stadt zu führen ist. …ach, was ihn sonst noch auszeichnet??…”

Der Juristin Schwaiger wird darüber hinaus auch charmantes Auftreten attestiert, aber sie selber sieht das nicht nur mit Freude: “Wenn eine Frau einen guten Job macht, dann heißt es immer sie sei charmant. So ergeht es sogar Hillary Clinton und Angela Merkel. Dass Frauen in der Politik hart arbeiten, das erwähnt selten wer.”

Es macht mich wütend, welche Rolle den Frauen zugewiesen wird und mit welchen Worten sie gelobt werden. Gut, dass die Frauen selber die Fallen dieser scheinbar so nett gemeinten Komplimente und Zuschreibungen entdecken.

4 Comments so far

  1. Anita on März 21st, 2009

    leider ist er nicht der einzige, der sich derartig rückständig über frauen in der politik äußert….

    http://derstandard.at/?url=/?id=1237228035868
    http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=1171

  2. Gonzales on März 26th, 2009

    Man sollte grundsätzlich auch bedenken, dass es nichts schlechtes ist wenn eine Frau 3 Kinder aufzieht und Hausfrau ist. Gerade von den Grünen werden diese Frauen eigentlich überhaupt nicht beachtet und geschätzt. Diese Frauen leisten ein großen Beitrag zu unserer Gesellschaft, und ich denke eine Karrierfrau (die natürlich genauso ihre Berechtigung hat) ist um keinen Deut besser als eine Hausfrau. Freiheit!

  3. andrea on März 28th, 2009

    Und erst die Hausmaenner, die 3 Kinder aufziehen! Das ist ueberhaupt auch nicht schlecht, und diese Maenner werden noch viel mehr vernachlaessigt! Und dabei leisten sie einen noch viel groesseren Beitrag zu unserer Gesellschaft.

  4. andrea on März 28th, 2009

    Ich merke, mein obiger ‘ironischer’ Kommentar ist schlecht verstaendlich formuliert, und fuege erklaerend hinzu: er ist nicht gegen Hausmaenner und Kindererzieher gerichtet, ganz im Gegenteil (ich schaetze deren Arbeit mehr als sehr). Er ist natuerlich gegen das Verstaendnis von Gonzales gerichtet, der diese Maenner mit keinem Wort erwaehnt.